SoVD-Kreisverband Gütersloh
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"Gleicher Lohn für gleiche Arbeit ist vielfach noch eine Worthülse"

Kreis Gütersloh (lani). Unter dem Motto ,,90 Jahre Frauenarbeit im Sozialverband Deutschland" hat in Bokel die Frauentagung für den Kreis Gütersloh stattgefunden. Im Mittelpunkt stand dabei einmal mehr die Absicht, sozialer Gleichberechtigung ein Forum zu geben. Im Verband für die Interessen der weiblichen Bevölkerung zu kämpfen, lohne sich auch nach jahrzehntelanger harter Arbeit, waren sich die 100 Frauen im Saal des Gasthofs "Zum Doppe" einig.
Seit 1919 engagiert sich der Sozialverband Deutschland (SoVD) nachhaltig für die Gleichberechtigung der Frauen. Seit diesem Gründungsjahr seien zwar viele ehrgeizige Ziele erreicht worden, abgeschlossen sei der Prozess in Deutschland aber noch lange nicht, zog Helga Eberhardt, Frauensprecherin des SoVD-Kreisverbands, im Rahmen der Kreisfrauentagung eine "ernüchternde Bilanz". Noch immer fehle es in vielen Bereichen an einer Frauenquote und noch immer sei "gleicher Lohn bei gleicher Arbeit" viel zu oft eine Worthülse, erinnerte Eberhardt an Themen, die weiter angegangen werden müssten.
Edda Schliepack, Bundesfrauensprecherin des SoVD, formulierte diese und weitere Themen in ihrem Referat "Soziale Gerechtigkeit - mit und für Frauen" sogar noch eine Spur schärfer. "Das ist eine Diskriminierung, die wir uns nicht gefallen lassen dürfen", unterstrich sie die Forderungen der SoVD-Frauen nach dem sogenannten "Equal-PayDay". Vor allem mit Blick auf eine mit Niedriglöhnen nicht zu erreichende Grundsicherung im Alter sei diese Entwicklung in der Gesellschaft "beschämend", meinte Schliepack. Jüngst veröffentlichte Zahlen geben ihr Recht: Zur Zeit wird der Niedriglohnsektor auf dem Arbeitsmarkt zu 80 Prozent durch Frauen besetzt. "Da müssen wir rechtzeitig die Weichen stellen, sonst werden Arbeitnehmer in typischen Frauenberufen auch trotz Arbeit noch arm im Alter", erklärte die Bundesfrauensprecherin.
Trotz Handlungsbedarfs in einigen Bereichen könnten die Frauen - und natürlich auch die Männer - des SoVD stolz auf das bisher Erreichte sein. Die Anrechnung der Erziehungszeit bei der Rentenversicherung oder das uneingeschränkte Wahlrecht der weiblichen Bevölkerung seien zwar hart umkämpft gewesen, aber heute selbstverständlich. Vor allem auch auf die Einbringung des Pflegezeitgesetzes könnte der Verband stolz sein, sagte Schliepack. Es sei von verschiedenen Gremien des SoVD-Bundesverbands konzipiert und nahezu deckungsgleich von den Fraktionen im Bundestag abgenickt worden.
"Wo würden wir heute stehen, wenn es nicht den SoVD und Frauen wie sie gegeben hätte?", hatte zuvor die Kreisgleichstellungsbeaufragte Ellen Wendt daher allen Grund zum Lob gehabt:
Eine Gesellschaft könne nur Erfolg haben, wenn Frauen den ihr gebührenden Raum einnehmen könnten, meinte Wendt weiter.
